Die „grüne“ Ideologie ist eine Kraft der afrikanischen Unterdrückung

Nach 2030 wird die Zahl der Menschen in extremer Armut voraussichtlich wieder ansteigen, vor allem in Afrika. Während der Rest der Welt dem Wohlstand entgegenstrebt, gerät Afrika in einen Abwärtsstrudel der Verelendung. Diese Daten sind ein Armutszeugnis für die moderne „grüne“ Agenda

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Bild: Shutterstock

Vijay Jayaraj
Date: 9. März 2026

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Anatomie der Verzweiflung

Extreme Armut ist in Afrika keine abstrakte Idee. Inzwischen leben etwa 67 % der Weltbevölkerung, die in extremer Armut lebt, in Subsahara-Afrika – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu vor einigen Jahrzehnten.

Umfragen in 39 afrikanischen Ländern zwischen 2021 und 2023 ergaben, daß mindestens 90 % der Befragten von materieller Not berichteten. Rund 80 % hatten im Vorjahr mindestens einmal kein bares Einkommen erhalten, 66 % hatten keinen Zugang zu Medikamenten oder medizinischer Versorgung, und etwa sechs von zehn hatten nicht genügend Nahrung. Mehr als die Hälfte gab an, mindestens einmal keinen Zugang zu Brennstoff zum Kochen oder zu sauberem Wasser gehabt zu haben.

Für Westler, die sich über Netflix-Streaming-Abonnements oder die Größe von Flugzeugsitzen aufregen, ist dies ein alternatives Universum, das sie sich kaum vorstellen können.

In Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Mosambik, Malawi, Burundi und der Zentralafrikanischen Republik lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der globalen Armutsgrenze, und die Zahl der Armen steigt mit dem Bevölkerungswachstum, weil es an realen wirtschaftlichen Chancen mangelt.

Diese wirtschaftliche Stagnation hat eine erschreckende mathematische Konsequenz: Mit dem Bevölkerungswachstum steigt auch die Zahl der Menschen in extremer Armut im gleichen Maße. Prognosen zufolge wird die weltweite Zahl der Menschen in extremer Armut nach 2030 steigen, fast ausschließlich bedingt durch die Krise in Afrika.

Entwurf

Afrika braucht dringend einen ambitionierten Expansionsplan, der alle Potentiale freisetzt. Der Kontinent ist reich an unerschlossenen Bodenschätzen, fruchtbarem Ackerland und jungen Arbeitskräften. Doch um diese zu erschließen, ist Energie erforderlich – reichlich, bezahlbar und zuverlässig.

Die Geschichte lehrt uns, daß keine Region der Armut entkommen konnte, ohne dem Wachstum höchste Priorität einzuräumen und lokale Stärken zur Förderung von Fabriken, landwirtschaftlichen Betrieben und Städten einzusetzen.

Ab den 1980er Jahren stieg das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in weiten Teilen Asiens im Vergleich zu Subsahara-Afrika rasant an. Asiatische Volkswirtschaften – allen voran China und Indien – haben Hunderte Millionen Menschen aus der Armut befreit. Dies gelang ihnen durch die Industrialisierung und die Nutzung der dafür notwendigen, zuverlässigen Energie – hauptsächlich Kohle. In Westeuropa, den USA, Kanada und Australien stiegen die Pro-Kopf-Einkommen über Jahrzehnte hinweg, da die Gesellschaften von aufeinanderfolgenden Wachstumswellen profitierten, die durch fossile Brennstoffe angetrieben wurden.

Das Muster ist unverkennbar. Wo der Energieverbrauch schnell wächst, sinkt die Armut rapide.

Sollte in den kommenden Jahrzehnten kein entscheidender Impuls für das afrikanische Wachstum erfolgen, werden die Prognosen überzunehmende Armut Realität. Für eine Region, die reich an Energieressourcen und anderen Rohstoffen ist, wäre dies ein beschämendes und tragisches Versagen.

Afrika, der flächenmäßig zweitgrößte Kontinent, hat die jüngste Bevölkerung. Seine 1,6 Milliarden Einwohner haben ein Medianalter von unter 20 Jahren, verglichen mit einem globalen Durchschnitt von über 31 Jahren. (Das Medianalter in Nordamerika und Europa beträgt 39 bzw. 43 Jahre.)

Der bevorstehende demographische Aufschwung in Afrika, den diese jungen Menschen ankündigen, bedeutet, daß Hunderte Millionen Menschen in einem Kreislauf aus Entbehrung, Unruhen und humanitären Krisen gefangen sein werden, die sich über die Grenzen hinaus ausbreiten. Es sei denn, halbherzige Maßnahmen durch ein entschlossenes Engagement für Wirtschaftswachstum ersetzt werden.

Tragödie

Die Tragik liegt darin, daß die politische Führung in Afrika weiß, was nötig ist. Staats- und Regierungschefs auf dem gesamten Kontinent haben Bereitschaft gezeigt, heimische Gasreserven zu erschließen, Kohlevorkommen zu entwickeln und Investitionen in Raffinerien und Petrochemie anzuziehen. Das hört man in Reden von Staatsoberhäuptern in Nigeria, Senegal und Mosambik. Sie sprechen von „Energiesouveränität“ und dem Recht, ihre eigenen Ressourcen zur Armutsbekämpfung einzusetzen.

Jedoch übersteigt die Reichweite der globalen Kampagne gegen fossile Brennstoffe die Möglichkeiten einzelner afrikanischer Regierungen. Westliche Organisationen und öffentliche Entwicklungsbanken haben jahrelang ihre Kreditvergaberichtlinien überarbeitet, um die Unterstützung von Kohleprojekten und zunehmend auch von Öl- und Gasinfrastrukturprojekten einzuschränken. Große europäische und amerikanische Finanzinstitute verfolgen Richtlinien, die die Finanzierung fossiler Brennstoffprojekte in Afrika erschweren, während sie sich selbst weiterhin auf diese Brennstoffe verlassen.

Afrika braucht kein westliches Mitleid und schon gar keine Solaranlagen. Es braucht die Freiheit, Gas zu verbrennen, Kohle abzubauen und nach Öl zu bohren – genau wie der Westen. Afrikas junge Bevölkerung verdient denselben gesellschaftlichen Aufschwung, der durch die Industrie ermöglicht wurde und Milliarden in Asien und im Westen aus der Armut befreit hat. Die grüne Ideologie, die dieser Vision entgegensteht, ist die Ideologie der Unterdrücker, nicht die der Hüter der Natur.

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Dieser Artikel von Vijay Jayaraj wurde erstmals am 16. Februar auf PJ Media veröffentlicht.

Vijay Jayaraj

Vijay Jayaraj ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der CO2 Coalition in Fairfax, Virginia. Er besitzt einen Master-Abschluss in Umweltwissenschaften von der University of East Anglia und einen Postgraduierten-Abschluss in Energiemanagement von der Robert Gordon University, beide in Großbritannien, sowie einen Bachelor-Abschluss in Ingenieurwesen von der Anna University in Indien. Zuvor war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der «Changing Oceans Research Unit» der University of British Columbia in Kanada tätig.                                                                   

Übersetzung : Eric Vieira

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