Grönlands Eiskappe ist in diesem Jahr (etwas) gewachsen

Bei der derzeitigen Schmelzrate würde es 27 000 Jahre dauern, bis Grönland vollständig abgetaut wäre. In der Saison 2025/26 wurde jedoch ein leichter Anstieg der grönländischen Eiskappe um 6 Gigatonnen verzeichnet.

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Glacier near Kulusuk and the Greenland ice sheet

Gletscher bei Kulusuk, Ostgrönland. (Quelle: Shutterstock)

Paul Homewood
Datum: 9. September 2026

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Grönlands Eiskappe schmilzt aufgrund der globalen Erwärmung – zumindest wird uns das so gesagt. Laut dem EU-Klimabericht „Europäischer Klimazustand 2025“ verlor der Eisschild im vergangenen Jahr 139 Gigatonnen (Gt). Das entspricht etwa dem 1,5-Fachen der Eismenge aller Gletscher in den europäischen Alpen und führte zu einem Anstieg des globalen Meeresspiegels um 0,4 mm. (Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen.) Seit 1972 belaufen sich die Verluste auf 5747 Gt. Die Rate des Eisverlusts hat sich seit den 1980er-Jahren etwa verfünffacht und wird voraussichtlich auch nach dem Ende des Jahrhunderts weiter zunehmen.

Diese Zahlen klingen erschreckend, was natürlich auch der Sinn der Sache ist – zumindest so lange, bis man erkennt, dass Grönlands Eis bei der derzeitigen Schmelzrate 27 000 Jahre bräuchte, um zu verschwinden.

Zurück ins Jahr 1840

Ich bin immer skeptisch, wenn „Wissenschaftler“ Trends seit den 1970er-Jahren präsentieren, einer Zeit, in der die Erde drei Jahrzehnte lang eine Abkühlung durchgemacht hatte und sowohl Wissenschaftler als auch Staats- und Regierungschefs ernsthafte Befürchtungen vor einer Rückkehr der Kleinen Eiszeit hegten. Noch skeptischer werde ich, wenn ich feststelle, dass offizielle Daten über den grönländischen Eisschild bis ins Jahr 1840 zurückreichend öffentlich zugänglich sind.

Im Jahr 2021 berechnete eine von Fachkollegen begutachtete Studie die jährlichen Veränderungen der Massenbilanz des Eisschildes seit 1840. (Die dicke schwarze Linie stellt die Nettoveränderungen dar, die für diese Diskussion relevant sind):

Eismassenbilanz Grönlands von 1840 bis 2020.

Die Grafik bestätigt, dass der Eisschild seit den 1980er Jahren an Masse verliert. Entscheidend ist jedoch, dass das Abschmelzen um 1900 begann. Im Zeitraum von 1920 bis 1970 verlief der Eisverlust ähnlich wie in den letzten drei Jahrzehnten – was kaum verwunderlich ist, da Temperaturaufzeichnungen aus ganz Grönland zeigen, dass es damals genauso warm war wie heute. In den 1970er und 1980er Jahren kam es dann zu einem deutlichen Temperaturrückgang.

Anders ausgedrückt: Es handelt sich nicht um ein neues Phänomen, wie man uns glauben machen will. Es ist Teil eines viel längeren Prozesses, der lange vor dem Beginn der sogenannten menschengemachten globalen Erwärmung einsetzte.

Längere Zyklen

Wissenschaftler haben mithilfe von Eisbohrkernen und anderen Beweisen längst festgestellt, dass das 19. Jahrhundert wahrscheinlich die kälteste Periode in Grönland seit der Eiszeit war. In wärmeren Epochen wie dem Mittelalter, der Römerzeit und früheren Jahrtausenden war die Eiskappe kleiner als heute. Jeglicher Rückgang der Eiskappe im letzten Jahrhundert muss daher als Teil dieser langfristigen Zyklen betrachtet werden.

Eismassendaten werden weiterhin regelmäßig veröffentlicht und vorläufige Daten sind jetzt für das Jahresende im August 2026 verfügbar – grönländische Eisdaten werden normalerweise nach „Hydro-Jahr“, September bis August, dargestellt.

Seit der Studie von 2021 hat sich der Eisverlust weiter verlangsamt und liegt wieder auf dem Niveau der 1920er Jahre. In der Saison 2025/26 wurde sogar ein leichter Anstieg der Eismasse um 6 Gigatonnen verzeichnet. Grönland hatte in diesem Jahr praktisch keinen Sommer. Während die sommerliche Schmelze normalerweise Anfang Juni beginnt, hielt das kalte, schneereiche Wetter bis weit in den Juli hinein an. Infolgedessen fiel die sommerliche Schmelze um etwa 200 Gigatonnen geringer aus als üblich.

Es ist erwähnenswert, dass der schlechte Sommer in Grönland Teil der übergeordneten Jetstream-Konstellation war, die uns einen heißen Sommer bescherte. Während unser Sommer von Hochdruckgebieten geprägt war, blieb das Regenwetter im Atlantik und traf Grönland hart.

6 Gigatonnen sind natürlich eine winzige Menge, angesichts der enormen Unsicherheit bei der Berechnung dieser Werte. Es gibt keine Möglichkeit, Veränderungen der Eiskappen direkt zu messen; die Zahlen werden stattdessen mithilfe von Computermodellen berechnet, die mit Daten wie Niederschlag und Temperatur gespeist werden. Experten räumen ein, dass ihre Berechnungen oft um bis zu 100 Gigatonnen abweichen können.

Dennoch ist völlig klar, dass es dem grönländischen Eisschild gut geht. Er ist immer noch deutlich größer als in den meisten der letzten 10 000 Jahre, und falls er überhaupt schrumpft, dann nicht schneller als vor einem Jahrhundert.

Übersetzung: Eric Vieira

Dieser Artikel wurde erstmals am 7. September 2026 im The Daily Sceptic veröffentlicht.

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By |2026-09-08T19:57:41+02:00September 9, 2026|Comments Off on Grönlands Eiskappe ist in diesem Jahr (etwas) gewachsen
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