Prinz William irrt sich: Weitreichende Klimaschutzmaßnahmen werden den Menschen nur schaden
Prinz William hinkt in Sachen Klimawandel hinterher. Auch über die Geschichte von Waldbränden in Europa und weltweit sei er schlecht informiert, sagt Linnea Lueken.
In einem kürzlich erschienenen Artikel im The Independent mit dem Titel „Prinz William warnt: Schrittweises Handeln reicht nicht aus, um den Klimawandel aufzuhalten“ führt Prinz William die jüngsten Waldbrände in Großbritannien als Beweis dafür an, dass der Klimawandel die Welt verwüstet und die Völker der Welt rasche, tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Veränderungen sowie Opferbereitschaft vollziehen müssen, um eine Katastrophe zu verhindern. Das ist Unsinn. Die Art von Zivilisationsumwälzung, auf die Prinz William besteht, wäre inakzeptabel autoritär und würde weit mehr Leid und Tod verursachen, als sie verhindern könnte. Zudem eignen sich die diesjährigen Waldbrände nicht als Beweis für den Klimawandel, da sie weder beispiellos waren noch Teil eines langfristigen Trends.
Berichten zufolge äußerte der Prinz von Wales eine Reihe von Kommentaren, die eine alarmistische, wenn auch optimistische Sichtweise auf den Klimawandel unterstrichen… natürlich mit einer klaren Frist.
The Independent schreibt:
Die derzeitigen Maßnahmen schreiten nur im Schneckentempo voran, „Centimeter um Centimeter“, und reichen bei weitem nicht aus, um das Problem anzugehen, sagte er.
…
Er sagte, dass in dem, was von diesem Jahrzehnt noch übrig ist, die Maßnahmen verstärkt werden müssten, und setzte damit faktisch eine Frist bis 2030, also in weniger als vier Jahren.
William erwähnte die diesjährigen Waldbrände in Großbritannien als Beispiel für die beunruhigenden Beweise dafür, dass der Klimawandel gefährliche Wetterereignisse verursacht.
Problem für William
Das Problem für Prinz William ist, dass Daten seine Behauptungen zu Waldbränden widerlegen. Daten des gemeinsamen Projekts Copernicus der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) für den Zeitraum von 2002 bis 2023 zeigen, dass es in den letzten zwei Jahrzehnten keinen Trend zu einer Verschärfung der Waldbrände in Großbritannien gegeben hat. (Siehe Abbildung unten)
Abbildung 1: Diagramm von Copernicus, abgerufen am 15. September 2026 von https://gwis.jrc.ec.europa.eu/apps/country.profile/charts/ba
Der jüngste Trend ist eher rückläufig.
Die diesjährigen Waldbrände in Großbritannien zerstörten rund 23 000 Hektar Land. Das ist zwar ein hoher Wert, aber nicht beispiellos und laut den vorliegenden Daten eindeutig kein Teil eines langfristigen Trends. Globale Satellitendaten zu Waldbränden zeigen ebenfalls, dass diese weder schlimmer noch häufiger werden, sondern im Gegenteil abnehmen. (Siehe Abbildung unten)
Abbildung 2. Historische und Satellitendaten zur verbrannten Waldbrandfläche. Blaue Kurve: Rekonstruktion der globalen Waldbrandfläche. Orange Kurve: Von Satelliten gemessene globale Waldbrandfläche. Grafik erstellt von Dr. Björn Lomborg.
Earthshot
Die von Prinz William vorgeschlagenen Lösungen zur Eindämmung des angeblich gefährlichen Klimawandels sind vage; im Artikel selbst werden keine konkreten Vorschläge unterbreitet. Am ehesten, kommen wir den Ansätzen seines Earthshot-Preises nahe, der sich bisher hauptsächlich auf Umweltthemen wie die Sanierung von Wasserressourcen und Abfallmanagement konzentriert hat. Es ist unklar, welche konkreten Lösungen er befürwortet, um – wie Earthshot es formuliert – „das Klima zu retten“. Der Prinz von Wales erklärte jedoch, seine bevorzugten Pläne „bräuchten Menschen, die bereit sind, sie zu finanzieren“.
Ihm gebührt Anerkennung dafür, dass er gleichzeitig darauf beharrt, dass „Wettbewerb, Innovation und Optimismus die besten Mittel sind, um die vielfältigen Umweltprobleme der Welt zu bewältigen“. Das stimmt, und es ist weitaus besser als staatliche Eingriffe von oben. Wenn sich die Welt aber, wie er sagt, zu langsam bewegt und „Maßnahmen ergreifen“ muss, um den Klimawandel aufzuhalten, dann müssen die von ihm vorgeschlagenen Lösungen zwangsläufig autoritär und belastend sein.
Zu seinem Unglück, aber zum Glück für alle anderen, sind die strengsten Klimaneutralitätsziele auch die unbeliebtesten – selbst unter klimabewussten Bürgern Großbritanniens und Europas. Wie Climate Realism vor drei Jahren berichtete, zeigte eine YouGov-Umfrage, dass die meisten Europäer den Klimawandel zwar als Problem ansehen, aber nur wenige bereit sind, Maßnahmen wie Kinderzahlbegrenzung oder Fleischverzicht zu akzeptieren, um Klimaneutralität zu erreichen.
Hinterher
Gleichzeitig verhindern Netto-Null-Politiken, dass Menschen Zugang zu lebensrettenden Technologien wie Klimaanlagen und der reichlich vorhandenen, zuverlässigen Energie erhalten, die zu deren Betrieb benötigt wird.
Prinz William hinkt in Sachen Klimawandel hinterher, dessen Popularität selbst unter überzeugten Befürwortern immer weiter abnimmt. Auch über die Geschichte europäischer und globaler Waldbrände ist er, höchstwahrscheinlich durch die einseitige Berichterstattung der Medien, schlecht informiert. Ein weiteres Ende für Klimaschutzmaßnahmen – wie die Dutzenden zuvor ohne negative Folgen verstrichenen Fristen – wird die Menschen nicht davon überzeugen, dass eine Klimakatastrophe unmittelbar bevorsteht oder dass radikale Änderungen ihres Lebensstils gerechtfertigt sind.
Übersetzung: Eric Vieira
Dieser Artikel wurde erstmals am 16. September 2026 auf climaterealism.com veröffentlicht.

Linnea Lueken
Linnea Lueken ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arthur B. Robinson Center on Climate and Environmental Policy. Während ihres Praktikums am Heartland Institute im Jahr 2018 war sie Mitautorin eines Policy Briefs des Heartland Institute mit dem Titel „Vier hartnäckige Mythen über Hydraulic Fracturing widerlegt“.
Der Artikel, den Sie soeben gelesen haben, wurde durch unsere Spender ermöglicht.
Clintel veröffentlicht täglich Artikel zu Klima, Energie und Wissenschaft. Wir übersetzen und verbreiten außerdem internationale Analysen in verschiedenen Sprachen, produzieren Videos, veröffentlichen Berichte und organisieren Konferenzen und Veranstaltungen weltweit.
Wir erhalten keine staatlichen Fördermittel und sind vollständig auf die Unterstützung unserer Spender angewiesen. Ihre Unterstützung hilft uns, unabhängige Forschung zu fördern und zu einer offeneren und ausgewogeneren Debatte über Klima- und Energiefragen beizutragen.
Möchten Sie unsere Arbeit unterstützen? Wählen Sie die Option, die am besten zu Ihnen passt:
- Werden Sie Freund von Clintel – unterstützen Sie uns mit einem jährlichen Beitrag
- Richten Sie eine regelmäßige Spende ein – leisten Sie fortlaufende Unterstützung und helfen Sie uns bei der Planung
- Spenden Sie einmalig – jeder Beitrag hilft
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
more news
Beyond the climate change consensus: historic meeting at the Hungarian Academy of Sciences
Report on the Beyond Climate Change event in Budapest (with video and presentations) on 8 December 2025 by László Csaba Szarka.
Climate Faithful Admit Need for Fossil Fuels
For years, critics of climate orthodoxy warned that a fossil-fuel-free future was an illusion. Now, even the world’s leading energy authorities are conceding what physics, economics, and reality have long made clear.
Spanish climate realists hold conference: “Without data, there is no crisis”
In mid-November, the first conference of the Spanish Association of Climate Realists (ARC) took place in Madrid. The event drew a full audience at Francisco Marroquín University. According to the organizers — a group of scientists from fields such as climatology, meteorology, biology, and geology — the aim was to open an alternative discussion on climate change. Their central message: fewer slogans, more evidence. “Without data, there is no crisis; without debate, there is no science.”








