Schamlose Klimapropaganda seitens der WHO und von „The Lancet“
Diese Woche hat die WHO erneut versucht, uns mit Panikmache zum Thema Klimawandel in Angst und Schrecken zu versetzen. Dieser stelle angeblich eine katastrophale Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar. Diese Behauptungen lassen sich leicht widerlegen und werfen die Frage auf, was die wahren Absichten der WHO sind, meint Marcel Crok.
„Die Auswirkungen des Klimawandels sind enorm … so enorm, dass man sich ihnen wirklich nicht entziehen kann.“ Dies erklärte Ernst Kuipers, der ehemalige niederländische Minister für Gesundheit, Soziales und Sport, diese Woche in seiner Eigenschaft als Mitglied einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingesetzten Sonderkommission. In einem Aktionsplan stellt diese Kommission fest, dass der Klimawandel in Europa als internationaler Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit behandelt werden muss.
Es ist nicht das erste Mal, dass die WHO wegen des Klimawandels Alarm schlägt. Im Dezember 2024 erklärte Dr. Tedros, Generaldirektor der WHO, in einer Anhörung vor dem Internationalen Gerichtshof, dass der Klimawandel im Wesentlichen eine Gesundheitskrise sei. Seit 2023 unterhält die WHO eine Website zum Klimawandel, die mit folgenden Worten beginnt: „Der Klimawandel trägt unmittelbar zu humanitären Notlagen durch Hitzewellen, Waldbrände, Überschwemmungen, tropische Stürme und Hurrikane bei, deren Ausmaß, Häufigkeit und Intensität zunehmen.“
Seit der COVID-19-Pandemie hat die WHO ihren Fokus auf den Klimawandel verstärkt. Das Thema Gesundheit wird genutzt, um die Dringlichkeit des Klimawandels zu unterstreichen.
Todesfälle durch Extremwetter
Katastrophen, Gesundheitskrisen, Notfälle – all diese Begriffe suggerieren, dass sich die Menschheit – in diesem Fall infolge des Klimawandels – inmitten einer massiven Krise befindet, die Millionen von Todesfällen zur Folge hat. Die WHO versäumt es jedoch, die Grafik zu zeigen, welche die Todesfälle aufgrund extremer Wetterereignisse darstellt. Diese Todesfälle sind seit 1920 um mehr als 97 Prozent zurückgegangen. Ich habe diese Grafik des dänischen Umweltökonomen Bjørn Lomborg bereits in einem früheren Artikel für Indepen gezeigt und werde dies wahrscheinlich wieder tun. Es ist schlichtweg die wichtigste Grafik, um die Klimadebatte ins rechte Licht zu rücken:
Um 1920 starben jährlich durchschnittlich fast eine halbe Million Menschen an den Folgen von Hurrikanen, Überschwemmungen und vor allem Dürren, die zu Ernteausfällen und Hungersnöten führten. Heute sind Todesfälle durch Extremwetterereignisse äußerst selten. Dies ist vor allem auf Wohlstand, eine bessere Infrastruktur, Frühwarnsysteme, Bewässerung, Klimaanlagen und Katastrophenmanagement zurückzuführen – mit anderen Worten: Anpassung funktioniert.
Bedenken Sie zudem, dass die Weltbevölkerung in diesem Zeitraum von zwei auf acht Milliarden Menschen gestiegen ist. Gemessen am Risiko ist die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen extremer Wetterereignisse zu sterben, somit noch stärker gesunken – um 99,4 Prozent. Jeder durch Naturkatastrophen verursachte Todesfall ist tragisch, aber behalten wir die Dinge im Blick. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, ist heute etwa hundertmal höher.
Todesfälle im Zusammenhang mit Hitze
Die WHO teilt diese Sichtweise überhaupt nicht. Im Gegenteil, die WHO tut so, als sei die Menschheit anfälliger denn je für extreme Wetterbedingungen, und konzentriert sich dabei vor allem auf hitzebedingte Todesfälle. Dem WHO-Dokument zufolge sterben in Europa immer mehr Menschen an den Folgen extremer Hitze. Die WHO verweist auf eine zugrunde liegende wissenschaftliche Studie, die im April in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht worden war. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine beeindruckende Studie, die von Dutzenden Wissenschaftlern, darunter viele Professoren, verfasst wurde. Allerdings hat derselbe Bjørn Lomborg aus der obigen Grafik die neue Studie in den sozialen Medien zerpflückt und sie sogar als „klassische Klimatäuschung“ und „offensichtliche Unehrlichkeit“ bezeichnet. Seiner Meinung nach ist der von den „The Lancet“-Forschern beobachtete Anstieg der hitzebedingten Todesfälle fast ausschließlich auf die alternde Bevölkerung Europas zurückzuführen. Ältere Menschen sind hitzeempfindlicher, daher bedeuten mehr ältere Menschen auch mehr hitzebedingte Todesfälle, selbst wenn die Temperaturen gleich bleiben.
Laut Lomborg wendet „The Lancet“ diese Strategie bereits seit Jahren an. Im Jahr 2021 sandte Lomborg einen Brief zu diesem Thema an „The Lancet“, doch dieser scheint auf taube Ohren gestoßen zu sein. Dass es sich hierbei um eine bewusste Täuschung handelt, wird durch das Weglassen weiterer entscheidender Informationen zu extremen Temperaturen noch untermauert: Weltweit – einschließlich in Europa – sterben weitaus mehr Menschen an extremer Kälte als an extremer Hitze. Eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2021 in niemand Geringerem als The Lancet enthält diese wichtige Beobachtung. Demnach sterben weltweit jährlich etwa 5 Millionen Menschen an den Folgen suboptimaler Temperaturen (nicht weniger als über 9 Prozent aller Todesfälle). Allerdings stehen etwa 4,6 Millionen davon im Zusammenhang mit Kälte, nicht mit Hitze! Das Verhältnis von kältebedingten zu hitzebedingten Todesfällen weltweit beträgt fast 10 zu 1. Übrigens gibt es erhebliche regionale Unterschiede. In Europa und Lateinamerika liegt das Verhältnis bei 4:1. In Afrika beträgt dieses Verhältnis überraschenderweise sogar 46:1. In Afrika ist Kälte also um ein Vielfaches gefährlicher als Hitze.
Man sollte bedenken, dass es sich hierbei um statistische Berechnungen handelt. Natürlich steht auf den Sterbeurkunden der Verstorbenen nicht „hitzebedingter Tod“ oder „kältebedingter Tod“. Es handelt sich um epidemiologische Schätzungen darüber, inwieweit Hitze und Kälte zum Tod von meist ohnehin schon geschwächten älteren Menschen beigetragen haben könnten.
Lomborg weist regelmäßig darauf hin, dass eine sich erwärmende Welt Vorteile mit sich bringen wird. Es wird zwar mehr hitzebedingte Todesfälle geben, doch wird dies durch einen weitaus stärkeren Rückgang der kältebedingten Todesfälle ausgeglichen:
Quelle: Lomborg
In dem WHO-Dokument werden Todesfälle aufgrund von Kälte überhaupt nicht erwähnt. Der zugrunde liegende Artikel in The Lancet versucht jedoch, die weit hergeholte Behauptung aufzustellen, dass hitzebedingte Todesfälle irgendwann die kältebedingten Todesfälle übersteigen werden. Dies ist höchst unwahrscheinlich, wenn man sich die obige Grafik ansieht. Bedenken Sie auch, dass es mit steigendem Wohlstand relativ einfach wird, sich sowohl vor Kälte als auch vor Hitze zu schützen. Die Zahlen aus Afrika machen deutlich, dass dies in erster Linie eine Frage der Armut ist und dass Kälte für die Armen daher um ein Vielfaches gefährlicher und tödlicher ist als Hitze.
Man sieht Lomborg nicht oft darüber spekulieren, warum die WHO solch schamlose Klimapropaganda betreibt. Andere Forscher tun dies jedoch. Vor zwei Jahren hielt der schwedische Forscher Jacob Nordangård einen Vortrag bei Clintel. Als Wissenschaftler forscht er intensiv zur Rolle der UNO und des Weltwirtschaftsforums und verfasste eine umfangreiche Dissertation über die Rolle der Rockefellers unter anderem in der internationalen Klimapolitik.
In dem Artikel „Who made WHO? One World, One Health, One Leader“ [etwa: Wer hat die WHO gegründet? Eine Welt, eine Gesundheit, ein Führer] beschreibt er, wie die WHO (durch das One-Health-Programm) Gesundheit, Klima, Tiere und Ökosysteme miteinander verknüpft. Dadurch entsteht ein umfassender Rahmen, in dem der Klimawandel mit einer Gesundheitskrise gleichgesetzt wird, was dazu führen soll, dass internationale Organisationen wie die WHO und die UNO im Allgemeinen mehr Macht erhalten.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Niederländisch am 22. Mai 2026 auf Indepen.eu veröffentlicht
Übersetzt von Christian Freuer

Marcel Crok
Marcel Crok ist ein niederländischer Wissenschaftsjournalist, der seit einem preisgekrönten Artikel über die berüchtigte „Hockeyschlägerkurve“ im Jahr 2005 hauptberuflich über die Klimadebatte und Klimapolitik schreibt. Er veröffentlichte zwei Bücher auf Niederländisch („De Staat van het Klimaat“ – „Der Zustand des Klimas“) und war Mitautor des Buches „Ecomodernisme“ („Ecomodernismus“). Zusammen mit dem britischen unabhängigen Forscher Nic Lewis verfasste er einen umfassenden Bericht über die Klimasensitivität mit dem Titel „A Sensitive Matter“. Er wurde von der niederländischen Regierung gebeten, als Fachgutachter für den IPCC-AR5-Bericht zu fungieren. Gemeinsam mit den niederländischen Klimainstituten KNMI und PBL gründete Crok die internationale Diskussionsplattform „Climate Dialogue“.
Im Jahr 2019 gründeten Crok und der emeritierte Professor Guus Berkhout die Clintel Foundation. Sie veröffentlichten die World Climate Declaration, die inzwischen von über 2000 Wissenschaftlern und Experten unterzeichnet worden ist. Zusammen mit Andy May und einem Team von Wissenschaftlern aus dem Clintel-Netzwerk wirkte Crok an dem Buch „The Frozen Climate Views of the IPCC“ mit und war dessen Herausgeber.
Dieses Buch gibt es in deutscher Übersetzung hier.
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