Energiepolitik in Europa: Mit Vollgas an die Wand!
Was macht man, wenn man merkt, dass man in die falsche Richtung fährt? Man tritt auf die Bremse, oder? In Europa ist das nicht der Fall. Stattdessen reagieren die europäischen Staats- und Regierungschefs mit noch mehr Gas und setzen auf eine Energiewende, die noch schneller, ehrgeiziger und radikaler ist. Unterdessen häufen sich die Probleme. Ein Überblick über die wichtigsten Fakten lässt einen verzweifelt fragen: Warum tritt niemand auf die Bremse?
Die Signale in Europa sind glasklar. Die Energiepreise sind strukturell höher als in den Vereinigten Staaten; das Stromnetz kommt zum Erliegen; die Industrie verlässt Europa; und die Abhängigkeit von Importen wächst. Das sind keine Einzelfälle. So funktioniert das System. Und dennoch hallt es aus Brüssel und Den Haag unverdrossen: Lasst uns den Prozess beschleunigen!
Die Energiepreise in Europa liegen strukturell deutlich höher als in den USA, was eine direkte Folge politischer Entscheidungen ist. Quelle: Europäische Kommission (Draghi-Bericht, 2024), basierend auf Daten von Eurostat, EIA und CEIC (angepasst).
Das ist nicht Pech, sondern Politik
In den letzten Jahren hat sich Europa bewusst dafür entschieden:
- Kernkraftwerke stillzulegen
- die heimische Gasförderung auslaufen zu lassen
- zuverlässige Energiequellen durch wetterabhängige Alternativen zu ersetzen
Dies ist keine technische Entwicklung, sondern eine politische Entscheidung. Diese Entscheidung basiert auf der Annahme, dass es eine Klimakrise gibt, die schnelle und drastische Maßnahmen erfordert. Diese Annahme ist jedoch keineswegs sicher – und wird selten ernsthaft hinterfragt. Unsere Weltklima-Deklaration (WCD) – die mittlerweile von 2.062 Experten unterzeichnet worden ist – stellt ausdrücklich fest, dass es keine Klimakrise gibt, die diese Politik rechtfertigt. Damit entfällt auch die Notwendigkeit einer überstürzten Energiewende.
Frankreich vs. Deutschland: Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis
Innerhalb Europas ist die Lage eindeutig. Frankreich hat sich für die Kernenergie entschieden mit folgenden Konsequenzen: Rund 70 % des Stroms werden in Kernkraftwerken erzeugt; das System ist stabil und berechenbar, und die CO₂-Emissionen pro kWh sind gering.
Deutschland hingegen entschied sich für die Energiewende, in deren Rahmen Kernkraftwerke stillgelegt sowie Hunderte Milliarden in Wind- und Solarenergie investiert worden sind. Die Energiepreise sind höher als in Frankreich und – ironischerweise – ebenso die CO₂-Emissionen.
Selbst innerhalb der Logik der Klimapolitik ist die Schlussfolgerung unbequem: Deutschland schneidet schlechter ab als Frankreich, und das bei deutlich höheren Kosten. Das ist kein subtiler Unterschied. Es ist ein grundlegendes Versagen der Politik.
CO₂-Intensität der Stromerzeugung in Frankreich und Deutschland (2017). Frankreich erzeugt strukturell saubereren und stabileren Strom als Deutschland – Quelle: Environmental Progress, basierend auf Daten des Fraunhofer ISE und von RTE.
Aktuelle Zahlen bestätigen, dass dieser Unterschied nach wie vor besteht: Frankreich emittiert etwa 20–30 g CO₂/kWh, während Deutschland etwa 300 g CO₂/kWh emittiert (Quelle: RTE France, Ember, Fraunhofer ISE).
Die Strompreise entsprechen der Energiepolitik: Deutsche Haushalte zahlen etwa doppelt so viel wie französische Haushalte. Quelle: Eurostat (2024).
Der Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland zeigt, dass die Energiepolitik tatsächlich eine Rolle spielt. Frankreich hat sich für die Kernenergie entschieden und verfügt über ein stabiles System mit geringen Emissionen und relativ moderaten Preisen. Deutschland hat seine Kernkraftwerke stillgelegt und Hunderte von Milliarden in Wind- und Solarenergie investiert und sieht sich nun mit höheren Preisen, einer größeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und sogar höheren CO₂-Emissionen pro kWh konfrontiert. Zwei Länder, zwei Entscheidungen, zwei Ergebnisse.
Was die Leute lieber nicht erwähnen
Die Schattenseiten der Energiewende werden in Europa nach wie vor bemerkenswert wenig thematisiert. Beispiele hierfür sind:
- Wochenlange Phasen ohne Sonne und Wind
- Die Reserveversorgung mit fossilen Brennstoffen bleibt notwendig
- Daher ist eine doppelte Infrastruktur erforderlich
- Das Stromnetz steht unter enormem Druck
- Wir bleiben von Rohstoffen und Bergbau abhängig
- Die Beeinträchtigung von Landschaft und Natur
Das sind keine Randthemen. So funktioniert das System. Doch wer darauf hinweist, wird schnell als „auf der falschen Seite der Debatte“ stehend abgestempelt.
Der Trugschluss
Europa versucht, ein stabiles Energiesystem durch ein instabiles zu ersetzen. Und es glaubt, dieses Problem lösen zu können, indem es den Ausbau noch schneller vorantreibt. Das ist keine Strategie. Das ist Sturheit. Unser Direktor Marcel Crok stellt dazu fest: „Nachhaltig“ ist nicht automatisch eine Lösung.
Die Alternative
Im Jahr 2019 legte Clintel den europäischen Staats- und Regierungschefs die Weltklimadeklaration vor. Die Botschaft war klar:
- Es gibt keine Klimakrise
- und daher keinen Grund für Panikmaßnahmen
- Der Schwerpunkt sollte auf zuverlässiger und bezahlbarer Energie liegen
Hätte Europa diesen Rat befolgt, hätte es heute wahrscheinlich ein stabileres Energiesystem mit niedrigeren Energiepreisen, weniger Problemen im Stromnetz und nicht zuletzt einer stärkeren Industrie.
Zudem hätte die Kernenergie als Rückgrat dienen können, während heimisches Gas als strategischer Puffer und erneuerbare Energien als Ergänzung statt als Grundlage hätten dienen können.
Die wahren Kosten werden langsam immer offensichtlicher
Der Abstand zu den Vereinigten Staaten vergrößert sich. Schließlich profitieren die USA von günstigen Energiepreisen, einer starken Industrie und damit von einem höheren Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig hat Europa mit hohen Energiepreisen zu kämpfen, verliert seine Industrie und hinkt wirtschaftlich hinterher.
Dies zeigt sich in der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in den USA im Vergleich zur EU. Der Energiepreis spielt dabei eine entscheidende Rolle. Das ist kein Zufall. Das ist Politik. Und Politik hat Konsequenzen.
Günstige Energie und die Politik machen den Unterschied – die USA wachsen weiter, Europa hinkt hinterher. Quelle: IWF WEO (Bearbeitung).
Die Krise Europas besteht nicht darin, dass die Energiewende nicht schnell genug voranschreitet. Die Krise besteht vielmehr darin, dass die gesamte Politik losgelöst von der physischen und wirtschaftlichen Realität ist. Dennoch treten die Politiker in Brüssel und in den europäischen Hauptstädten weiterhin das Gaspedal durch und rasen mit voller Geschwindigkeit auf die Wand zu.
Eine Version dieses Artikels wurde zuvor auf theliberum.com veröffentlicht.
Evert Doornhof war lange Zeit in der Finanzwelt in kaufmännischen und leitenden Funktionen tätig. Nach der COVID-Pandemie änderte er seinen Kurs, als er beobachtete wie schnell persönliche Freiheiten eingeschränkt werden können. Er setzt sich nun dafür ein, Licht in Krisen zu bringen, die künstlich herbeigeführt oder übertrieben erscheinen. Unter anderem ist er bei der Clintel Foundation aktiv, wo er die Social-Media-Kanäle betreut und mehrere Artikel verfasst hat.
Übersetzt von Christian Freuer
more news
Wrong Again PBS, UN Is Pushing Another False Climate Crisis Report
Explore why this new climate report from the U.N., and its coverage by PBS, may not be telling the full story — and what that means for public understanding of climate science.
Norway Avoids ‘Green’ Energy Quicksand
While the rest of Europe shivers under the self-imposed austerity of net zero mandates, Norway in the frozen north is keeping the lights on and the bank vaults full as it avoids the “green” ideological quicksand that has defined the continent's energy policy.
Climate Cult’s Inevitable Dissolution
The collapse of the Paris Agreement and the unmasking of the net zero illusion were never hard to predict for anyone with a shred of intellectual honesty. It didn’t take a fancy research title or an advanced degree. The writing was carved deep into the stone of energy reality, which no press release, no activist lobby and no billionaire-backed foundation could erase.










