Die Presse macht den Klimawandel für Bärenbegegnungen verantwortlich

Einige Medien machen mittlerweile den Klimawandel dafür verantwortlich, dass Bären in Colorado in Autos und Häuser einbrechen. Sie verbreiten die Katastrophenerzählung des Klimawandels auf jede erdenkliche Weise, ungeachtet der Nuancen, sagt Linnea Lueken.

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Black bear family in Colorado amid debate over climate change and bear encounters

Eine Schwarzbärenfamilie in Colorado

Linnea Lueken
Datum: 12. September 2026

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Ein kürzlich im Fortune-Magazine erschienener Artikel der Associated Press (AP), mit dem Titel „Klimawandel treibt durstige Bären in die Autos der Einwohner Colorados – einer hupte stundenlang ab 3 Uhr morgens“ macht den Klimawandel für Bären verantwortlich, die in Colorado in Autos und Häuser eindringen. Das ist falsch. Zwar suchen Bären aufgrund der Dürre in Colorado nach Nahrung und Wasser, das stimmt, aber es liegt nicht am langfristigen Klimawandel.

„Millionen von Menschen leben in oder in der Nähe von Bärenlebensräumen in den Rocky Mountains, wo eine weitverbreitete Dürre die Vorräte an Nüssen, Beeren und Pflanzen, die Bären fressen, verringert hat“, erklärt der Artikel, was die Tiere dazu veranlasst, „weit umherzustreifen, um Nahrung zu finden.“

Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, außer vielleicht die Anzahl der Bären, die dieses Jahr gefährliche Begegnungen mit Menschen hatten. Der Artikel macht den Klimawandel für die Zunahme der Bärenbegegnungen verantwortlich, doch eines der größten Probleme dieses AP-Beitrags ist, dass er mit keinem Wort darauf eingeht, dass es deutlich mehr Bären gibt als je zuvor.

Mehr Bären

Genaue Zählungen von Schwarzbären sind schwierig, vor allem, weil sie in dichten Waldgebieten leben. Man geht jedoch davon aus, dass die Bärenpopulation in Colorado in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Dies gilt umso mehr für Regionen des Landes, in denen Bären fast ausgerottet waren, wie beispielsweise Pennsylvania, wo es heute mehr als viermal so viele Bären gibt wie in den 1970er Jahren.

Neben der gestiegenen Bärenpopulation leben auch mehr Menschen in ehemals abgelegenen Gebieten, wodurch Bärenbegegnungen naturgemäß zunehmen. Selbst wenn die natürlichen Nahrungsquellen nicht eingeschränkt werden, lockt das reichliche Nahrungsangebot Bären an. Mit der zunehmenden Bebauung von Land ist mit vermehrtem Kontakt zu den Wildtieren zu rechnen, die dort einst lebten und nach Nahrung suchten.

Die Verfügbarkeit menschlicher Nahrungsquellen in Mülltonnen stört vermutlich den natürlichen Populationsrhythmus. Bei Dürreperioden, die die Beeren- und Eichelproduktion im Spätsommer hemmen, hätten Bären normalerweise größere Schwierigkeiten, sich für den Winter Fettreserven anzufressen, und viele würden sterben. Nun stehen ihnen andere Nahrungsquellen zur Verfügung, was zu einer größeren Population führt, und das Problem des Mensch-Bär-Kontakts verschärft.

Zum Thema Klimawandel und Dürre heißt es in dem Artikel, dass das obere Colorado-Flussbecken in diesem Jahr die „schlechteste Schneedecke seit Beginn der Aufzeichnungen“ aufwies und dass „Wissenschaftler sagen, dass die vom Menschen verursachte globale Erwärmung dies weitaus wahrscheinlicher gemacht hat“.

„Dies weitaus wahrscheinlicher gemacht hat“ ist eine beschönigende Aussage, denn die Daten zeigen, dass Colorado trotz mehr als 100 Jahren Erwärmung keinen Anstieg der Dürreperioden verzeichnet hat.

Es stimmt, dass die Schneedecke dieses Jahr einen Rekordtiefstand erreichte, was die Wasserversorgung gefährdete, da die Schneeschmelze den Colorado River und seine Nebenflüsse speist. Langfristige Daten zeigen zudem, dass das Schneewasseräquivalent in Colorado in den 1970er Jahren im Allgemeinen höher war als heute, sich aber seit Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre relativ stabilisiert hat.

Kein Trend bei Dürren

Was die durch Niederschläge bedingte Dürre betrifft, so zeigen die Daten, dass es keinen Trend zu sich verschlechternden Dürrebedingungen gibt, und tatsächlich gab es im vorindustriellen Colorado viel längere und schwerere Dürreperioden.

Der Artikel fügt hinzu, dass „weite Bärenlebensräume“ durch „rekordverdächtige Waldbrände“ verwüstet wurden, doch es ist unklar, ob damit Colorado gemeint ist. Die Waldbrände in Colorado werden weder häufiger noch extremer, trotz der großen Brände in den Jahren 2020 und 2018, die laut den verfügbaren Daten des „National Interagency Fire Coordination Center“ Ausreißer von einem ansonsten stabilen Trend darstellten.

Interessanterweise handelte der Großteil des Artikels nicht vom Klimawandel, obwohl dieser in der Überschrift prominent platziert war. Vielmehr ging es in dem Artikel hauptsächlich um die Interaktionen zwischen Bären und Menschen selbst, die zwar durchaus interessante Neuigkeiten bieten, aber nicht auf einen vom Menschen verursachten Klimawandel hindeuten.

Die Associated Press und, indirekt auch, das Fortune Magazine, das ihren Artikel erneut veröffentlichte, scheinen vor allem daran interessiert zu sein, die Katastrophenerzählung des Klimawandels, um jeden Preis zu verbreiten, ungeachtet der Nuancen. Die Klimakommentare im Artikel waren für die Darstellung der vermehrten Begegnungen zwischen Menschen und Bären völlig überflüssig und dienen lediglich dazu, die politische Klima-Einseitigkeit der Medien zu untermauern.

Übersetzung: Eric Vieira

Dieser Artikel wurde erstmals am 10. September 2026 auf ClimateRealism.com veröffentlicht.

Linnea Lueken

Linnea Lueken ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arthur B. Robinson Center on Climate and Environmental Policy. Während ihres Praktikums am Heartland Institute im Jahr 2018 war sie Mitautorin eines Policy Briefs des Heartland Institute mit dem Titel „Vier hartnäckige Mythen über Hydraulic Fracturing widerlegt“.

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By |2026-09-12T08:19:20+02:00September 12, 2026|Comments Off on Die Presse macht den Klimawandel für Bärenbegegnungen verantwortlich
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