Kann man sehen, wie die Klimaangst langsam nachlässt?
Könnte es sein, dass die Klimaangst bei den anstehenden Zwischenwahlen plötzlich verschwindet? Das fragt sich Francis Menton.
Ich habe oft darauf hingewiesen, dass der Klimaschwindel und die damit einhergehende erzwungene Energiewende zwangsläufig irgendwann verschwinden würden, da die propagierten Vorschläge zur „Rettung des Planeten“ unmöglich funktionieren können. Doch die offene Frage war immer: Wenn das passiert, wie wird das aussehen? Würden all die großen Umweltorganisationen wie der Environmental Defense Fund, der Natural Resources Defense Council und der Sierra Club eines Abends im Fernsehen zugeben, dass das Ganze von Anfang an eine Panikmache war? In der Realität läuft das nicht so. Wer absurde Positionen vertritt, muss irgendwie sein Gesicht wahren. Es müsste also einen schrittweisen Prozess des Zurückruderns geben.
New York Times
Und damit kommen wir zur Schlüsselrolle der New York Times für die Linke: Sie formt und vermittelt die offiziellen Argumente an die Kandidaten und Meinungsbildner des Teams. Wie wäre es, wenn sie auch eine Anleitung dazu gäbe, wie man sich unauffällig vom Green New Deal distanziert?
Heute findet sich auf Seite A-12 der Printausgabe ein Artikel mit der Überschrift „Demokraten schworen einst, Öl und Gas zu stoppen. Jetzt sind sie sich nicht mehr so sicher.“ Die Unterüberschrift lautet: „Im Vorfeld der Zwischenwahlen überdenken viele führende Demokraten ihre Klimapolitik.“ Die Online-Version zeigt an, dass der Artikel dort bereits vor fünf Tagen, am 11. Juni, erschienen ist. Er wurde bis heute für die Printausgabe zurückgehalten und dann auf Seite A-12 versteckt. Der Gelegenheitsleser wird diese Seite wohl nicht erreichen, aber derjenige, der ihn entdecken wird, ist der Parteifunktionär, der Anweisungen von der Parteizentrale benötigt. Auszug:
Angesichts der Sorgen der Wähler über steigende Benzinpreise und Inflation argumentieren einige führende Demokraten, man solle aufhören, die Öl- und Gasförderung einzuschränken, da deren Verbrennung die Erde erwärmt. Dies stellt eine Abkehr vom Ansatz der Biden-Regierung dar, die den Klimawandel als existenzielle Bedrohung behandelte und versuchte, neue Bohrungen und Pipelines zu verhindern. … Sollte die Partei in Washington wieder an die Macht kommen, könnte dies zu einer weniger ambitionierten Klimapolitik führen. … Viele Demokraten argumentieren nun, der Weg zurück an die Macht bedeute, einige ihrer schärfsten Positionen zum Klimawandel aufzugeben.
Abschwächen
Der Artikel enthält viele nützliche Hinweise, wie man die Katastrophenszenarien abschwächen kann. Meistens geht es darum, die Verteufelung von Öl und Gas zu beenden und gleichzeitig Wind- und Solarenergie weiterhin als die „billigsten“ Wege der Stromerzeugung zu propagieren. (Sie haben immer noch nicht begriffen, dass Wind- und Solarenergie, wenn man die Kosten für die Netzintegration mit einbezieht, deutlich teurer ist als fossile Brennstoffe.) Hier einige der Hinweise:
- „Anstatt ausschließlich auf grüne Lösungen zu setzen, vertreten viele Demokraten einen besseren Weg, die Kluft zu überbrücken: Sie wollen die Partei sein, die allen Energieformen offensteht. Schließlich, so argumentieren sie, seien Wind- und Solarenergie oft die günstigsten und am schnellsten umsetzbaren Stromquellen. Unter gleichen Bedingungen, so sagen sie, würden erneuerbare Energien fossile Brennstoffe übertreffen.”
- „Wir sollten nicht gegen die heimische Öl- und Gasindustrie sein, aber wir müssen uns für die Energiewende einsetzen“, sagte Simon Rosenberg, ein Stratege der Demokraten. „Die Demokraten sollten sich darauf konzentrieren, anstatt davor zurückzuschrecken.“
- Rahm Emanuel, ehemaliger Kongressabgeordneter, Stabschef von Präsident Barack Obama und Bürgermeister von Chicago, der eine Präsidentschaftskandidatur 2028 erwägt, sagte, die Demokraten müssten sich auf die Haushaltsbudgets, insbesondere auf Strom- und Gasrechnungen, konzentrieren. „Ich bin nicht gegen Klimapolitik, aber man muss sie im Zusammenhang mit Energie und Energiepreisen betrachten“, sagte Emanuel, „und man muss sie im Hinblick auf den Schutz der Verbraucher betrachten.“
Und wenn Sie aufhören, die Öl- und Gasindustrie zu verteufeln, können Sie sogar anfangen, ihr Geld zu nehmen!
[Kürzlich] in Kalifornien … Tom Steyer, ein engagierter Kämpfer gegen die globale Erwärmung, unterlag in der Gouverneursvorwahl diesen Monat Xavier Becerra. Der gemäßigte Demokrat Becerra stellte die ambitioniertesten Klimaziele des Bundesstaates infrage, wie etwa das Verbot des Verkaufs neuer benzinbetriebener Autos bis 2035, und erhielt Spenden von Öl- und Gaskonzernen.
Unglaublich
Wenn die Kandidaten der Demokraten diese Botschaft verstehen, könnte die Klimaangst bei den anstehenden Zwischenwahlen plötzlich fast völlig verschwinden. Wäre das nicht eine unglaubliche Wendung!
Andererseits geht es bisher nur um die Kommunikation. Selbst wenn sich die Botschaft ändert, bedeutet das nicht, dass sich die Ziele der Demokraten nach der Machtübernahme geändert haben. Im Rahmen der Verfahren zur Feststellung der Gefährdungslage argumentieren Dutzende von Umweltgruppen und alle demokratisch regierten Bundesstaaten weiterhin, dass atmosphärisches CO₂ (ein Produkt der Nutzung fossiler Brennstoffe) eine Gefahr für die menschliche Gesundheit und Wohlergehen darstellt. Dort, wo die Demokraten regieren, werden die zerstörerischen Maßnahmen fortgesetzt, bis es entweder zu einem katastrophalen Stromausfall kommt oder die Kosten so exorbitant hoch werden, dass man sie nicht mehr glaubwürdig einem Sündenbock zuschreiben kann.
Dieser Artikel wurde erstmals am 16. Juni 2026 auf Manhattan Contrarian veröffentlicht.

Francis Menton
Zum 31. Dezember 2015 ging Francis Menton nach über 40 Jahren (davon 31 Jahre als Partner) bei der Anwaltskanzlei Willkie Farr & Gallagher LLP in den Ruhestand. Danach konnte er sich verstärkt seinem Blog „Manhattan Contrarian“ widmen. Er schreibt provokante Beiträge aus dem New Yorker West Village, wo die Bewohner laut Menton unter einer erdrückenden politischen und ideologischen Orthodoxie leiden. Sie können Menton auf Twitter folgen, indem Sie auf diesen Link klicken.
Übersetzung: Eric Vieira
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