Portugals größter Vorzeige-Solarpark ist pleite
Pierre Gosselin reflektiert über die Insolvenz von Portugals größtem Vorzeige-Solarpark. „Europas grüne Energiewende entwickelt sich in die gleiche Richtung wie der Kommunismus: Viele rosige Versprechungen enden in einem wirtschaftlichen Debakel. Der Zusammenbruch ist unausweichlich.“
Das deutsche Online-Portal Report24 berichtete kürzlich über die Insolvenz von Solara4. Diese Anlage (in Alcoutim an der Algarve) galt einst als Portugals größter Vorzeigesolarpark (ca. 219 MW) und wurde ohne die üblichen staatlichen Einspeisevergütungen errichtet. Ein Hauptproblem war der rasante Ausbau der Solarenergie auf der Iberischen Halbinsel. Dadurch speisen heute Tausende gleichzeitig Megawatt Solarstrom während der sonnenreichsten Stunden ins Netz ein. Dieses Überangebot lässt die Großhandelspreise für Strom genau dann auf null oder sogar ins Negative fallen, wenn die Produktion des Kraftwerks am höchsten ist, was die erwarteten Einnahmen drastisch reduziert.
Darüber hinaus produzierte der Solarpark durchgehend weniger Strom als ursprünglich in den Prognosen berechnet, was die Finanzprognosen des Projekts trotz eines langfristigen Stromabnahmevertrags (PPA) beeinträchtigte.
Der riesige Solarpark erlitt zudem mehrere technische Ausfälle, darunter Wechselrichterbrände innerhalb der zwölf Monate vor der Insolvenz. Ein Großbrand Ende Mai 2026 legte rund 10 % der Anlage lahm; die Reparaturarbeiten dauerten schätzungsweise acht bis 14 Wochen und führten zu kostspieligen Ausfallzeiten und Wartungskosten.
Als kapitalintensives Projekt wies der Solarpark erhebliche Restschulden (in zweistelliger Millionenhöhe) gegenüber Hauptkreditgebern wie Investec und Kommunalkredit Austria auf. Die laufenden Fixkosten (Wartung, Versicherung, Zinsen) wurden mit Annäherung der Refinanzierungsfristen untragbar.
Ein weiterer Faktor ist, dass die Betreibergesellschaft in einem laufenden Schiedsverfahren mit dem chinesischen Bauunternehmen CTIEC (China Triumph International Engineering) steht, das aus einem stornierten Bauvertrag rund 143 Millionen Euro fordert.
Die Holdinggesellschaft WElink Energy Portugal 2 (UK) Limited wurde am 11. Juni 2026 in ein Insolvenzverfahren eingeleitet, obwohl das Solarkraftwerk selbst weiterhin Strom erzeugt.
Um den Preisverfall zu überstehen, plante WElink, das Gelände in eine Hybridanlage mit Windkraft und einem 100-MW-Batteriespeichersystem umzuwandeln. Ironischerweise wurde der ursprüngliche Solarpark zwar als subventionsfrei beworben, das neue Batteriesystem wird jedoch mit 16,45 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln des portugiesischen Wiederaufbau- und Resilienzplans (PRR) gefördert.
Report24 argumentiert, dass „kostenlose Solarenergie“ nicht gleichbedeutend mit wirtschaftlich rentabler Energieerzeugung ist. Kapitalkosten, der Zeitpunkt der Stromerzeugung, die Netzstabilität und die Preiskannibalisierung stellen erhebliche finanzielle Risiken für große, nicht subventionierte Solaranlagen dar.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Europas grüne Energiewende ein ähnliches Schicksal wie der Kommunismus ereilt: Viele hochtrabende Versprechungen enden in einem wirtschaftlichen Fiasko. Der Zusammenbruch ist unausweichlich.
Übersetzung: Eric Vieira
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