Die Klimaerzählung bricht zusammen
Das Kartenhaus des Klimaschutzes bricht zusammen, wie vergangene Woche beim IPCC-Treffen in Äthiopien deutlich wurde. Die Klimaerzählung hatte nie Substanz, und da nun die Finanzierung ausbleibt, wird bald nichts mehr davon übrig sein, so Wim Röst, Vorsitzender des Clintel-Aufsichtsrats.
Was genau haben wir da gerade in Äthiopien erlebt? Der IPCC, das UN-Klimagremium (eine selbsternannte Organisation), traf sich dort mit Vertretern aus 195 Ländern, um den für 2028 geplanten großen UN-Klimagipfel vorzubereiten. Prinzipiell sollte vor diesem Gipfel ein neuer IPCC-Sachstandsbericht (der siebte) veröffentlicht werden, doch es gab weder die Finanzierung noch eine Einigung, nicht einmal über den Veröffentlichungstermin des Berichts.
Google AI Mode beschrieb den Abschluss des Gipfeltreffens in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, wie folgt:
„In der gesamten Woche tobte ein beispiellos heftiger politischer Kampf über den Zeitplan für den siebten großen Klimabericht (AR7).“
- Befürworter einer zügigen Fertigstellung (darunter europäische Länder und Inselstaaten) fordern, dass der Bericht spätestens bis 2028 vollständig fertiggestellt wird. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um als wissenschaftliche Grundlage für den wichtigen UN-Klimagipfel (Globale Bestandsaufnahme) im selben Jahr zu dienen.
- Die Gegner (darunter Saudi-Arabien, China, Indien und Russland) forderten eine Verschiebung bis 2029. Offiziell argumentieren sie, dass ärmere Länder mehr Zeit bräuchten, um ihren Beitrag zu leisten, doch hinter den Kulissen wird vermutet, dass dies ein Versuch ist, den politischen Druck auf die fossile Brennstoffindustrie zu verringern.
Da die Entscheidungen des IPCC im Konsens getroffen werden müssen, konnten die offenen Fragen bezüglich Zeitplan und Budget nicht geklärt werden. Die Sitzung wird zu einem noch festzulegenden Zeitpunkt so bald wie möglich fortgesetzt, um die Diskussion weiterzuführen.
Solange noch Geld übrig ist, wird es zweifellos eine Folgekonferenz geben, und 195 Delegationen werden erneut zu einem zentralen Ort fliegen, um das „enorme Klimaproblem“ zu lösen, das „ausschließlich durch fossile Brennstoffe verursacht“ wird.
Die diesjährige Golfkrise hat gezeigt, dass wir auf fossile Brennstoffe nicht verzichten können. Irans Blockade der Schifffahrtswege brachte die Öl- und Gasversorgung nahezu zum Erliegen, was massive Preisanstiege und Versorgungsengpässe zur Folge hatte. Länder wie Indien, Pakistan und Bangladesch mussten ihre knappen Energiereserven anderweitig nutzen als für die Düngemittelproduktion. Ihre Harnstoffanlagen verwenden Erdgas als Rohstoff zur Herstellung des für ihre Landwirtschaft unverzichtbaren stickstoffhaltigen Düngers. Ohne diesen Dünger bricht ihre landwirtschaftliche Produktion zusammen, was unmittelbare Folgen für die Lebensmittelpreise und die Ernährungssicherheit von zig Millionen, wenn nicht gar Hunderten Millionen Menschen hat.
Zahlreiche weitere Fabriken, die auf fossile Brennstoffe zur Herstellung lebenswichtiger Güter angewiesen sind, gerieten ebenfalls in Schwierigkeiten, und massive Preiserhöhungen waren dabei noch die geringste Folge. In einer solchen Situation bleiben die ärmsten Länder und Bevölkerungsgruppen auf der Strecke, und das betrifft schnell mehrere Milliarden Menschen.
Der Golfkrieg hat die absolute Unmöglichkeit von „Netto-Null“ schonungslos offengelegt. Dies ist der tiefere Hintergrund des aktuellen Konflikts im IPCC. Das angestrebte Ziel ist völlig unmöglich, ganz abgesehen von den weit verbreiteten Zweifeln an seiner Notwendigkeit. Niemand kann es länger ignorieren: Die Einstellung der Produktion aller fossilen Brennstoffe bedeutet nichts anderes als eine „Null-Wirtschaft“.
Und genau deshalb bricht das Kartenhaus des Klimas jetzt zusammen.
Übersetzung: Eric Vieira
Dieser Artikel wurde in persönlicher Funktion verfasst. Er wurde zuerst auf Clintel.nl veröffentlicht. Niederländische Publikationen, die als Primärquelle dienten, finden Sie hier und hier.

Wim Röst
Dr. Wim Röst ist Geograph mit vielfältigen Interessen. Da Clintel sich für ein präzises Verständnis von Wetter und Klima einsetzt und der Ansicht ist, dass allein die Wahrheit über das Klima die Grundlage politischer Entscheidungen bilden sollte, engagiert er sich in dieser Stiftung. Er ist Vorsitzender des Vorstands von Clintel.
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